Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung


Bringt das was?
Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung
mauritius images / Andriy Popov / Alamy / Alamy Stock Photos
Sensoren ermöglichen eine dauerhafte Zuckermessung

Für Menschen mit Diabetes ist es heutzutage normal: die kontinuierliche Messung des eigenen Blutzuckers. Doch ist die Methode auch für Gesunde sinnvoll?

Zuckerspiegel über Sensoren

Kontinuierliche Glukosemessgeräte (CGM) ermöglichen die dauerhafte Messung des  Blutzuckers. Dafür werden Sensoren auf die Haut aufgesetzt, meistens auf dem Oberarm. Ein dünner Faden zieht vom Sensor durch die Haut und misst den Blutzuckergehalt, die Glukose, im Gewebe. Menschen mit Diabetes können auf diese Weise genau erkennen, wann und wieviel Insulin sie benötigen. Diese Messmethode findet nun allerdings auch zunehmend Verbreitung bei Gesunden, die ihren Lebensstil optimieren wollen.

Fachleute raten ab

Der Blutzucker ist nicht konstant, sondern schwankt im Tagesverlauf. Durch manche Lebensmittel kann der Blutzucker sehr schnell ansteigen, es entstehen Blutzuckerspitzen. Manche Influencer*innen werben damit, dass sich durch die Vermeidung dieser Blutzuckerspitzen der Schlaf verbessern lasse oder weniger Heißhunger auftrete. Und um diese Spitzen zu erkennen, helfe die kontinuierliche Glukosemessung. Doch Fachleute warnen aus mehreren Gründen vor einer kontinuierlichen Blutzuckermessung bei Gesunden.

Interpretation kaum möglich

Das liegt unter anderem daran, dass die Interpretation von Blutzucker-Schwankungen bei Gesunden schwierig ist. Denn der Zuckerspiegel wird von vielen Faktoren beeinflusst, beispielsweise von der Ernährung, Hormonen, Stress und Schlaf. Die Schwankungen lassen sich also nicht einzelnen Faktoren zuordnen. Selbst medizinische Fachleute sind sich uneinig in der Auswertung solcher Schwankungen bei Gesunden. Dazu kommt ein weiterer negativer Aspekt: Menschen könnten sich übermäßig mit ihren Zuckerschwankungen beschäftigen. Dieser Fokus kann zu unnötigen Sorgen führen, denn Blutzuckerschwankungen sind völlig normal.

Keine Diagnosemethode

Dazu kommt, dass es keine Studie gibt, die eine Verbesserung der Gesundheit durch die Vermeidung von Blutzuckerspitzen bei Gesunden zeigt. Auch zur Diagnose eines Diabetes eigenen sich diese Messungen nicht, denn die Messung in der Haut ist dafür nicht genau genug. Um einen Diabetes festzustellen, führen Ärzt*innen eine Blutuntersuchung durch, manchmal auch an zwei verschiedenen Tagen. Als Fazit bleibt, dass die kontinuierliche Blutzuckermessung bei Gesunden derzeit nicht zu empfehlen ist. Für Menschen mit Diabetes ist sie allerdings eine gute Methode, die Therapie gezielter zu steuern. 
Quelle: Ärzteblatt

News

Kein Survival-Schwimmen für Babys!
Kein Survival-Schwimmen für Babys!

Gefährlich statt lebensrettend

Videos von Babys, die scheinbar mühelos im Wasser treiben oder sich selbst retten, gehen in den sozialen Medien millionenfach viral. Doch steckt hinter dem sogenannten Survival-Schwimmen wirklich ein Sicherheitsgewinn – oder birgt der Trend sogar Risiken?   mehr

Tennis und Joggen bei Hüftarthrose
Tennis und Joggen bei Hüftarthrose

Nicht pauschal verbieten!

Viele Menschen mit Arthrose meiden Laufen, Tennis oder Skifahren aus Angst vor weiterem Gelenkverschleiß. Neue Studiendaten machen jedoch Hoffnung: Bestimmte belastende Sportarten scheinen das Risiko für einen Gelenkersatz nicht zwangsläufig zu erhöhen.   mehr

So kommen Beinvenen in Schwung
So kommen Beinvenen in Schwung

Für alle, die viel stehen müssen

Wer beruflich viel stehen muss, mutet seinen Beinvenen einiges zu. Mit den richtigen Schuhen und Strümpfen, kalten Duschen und einfachen Übungen lässt sich die Venengesundheit fördern.   mehr

Nur ein Medikament oder schon Doping?
Blick auf die Beine des Teilnehmerfeldes bei einem Stadtlauf.

Strenge Regeln selbst im Freizeitsport

Wettkämpfe sind nicht nur dem Spitzensport vorbehalten. Auch viele Freizeitsportler*innen messen sich gerne, etwa beim Marathon oder bei Radveranstaltungen. Aber Vorsicht: Auch für sie gelten Anti-Doping-Bestimmungen. Und die sind oft strenger, als vermutet.   mehr

Schützt Lithium vor Demenz?
Schützt Lithium vor Demenz?

Behauptung im Netz

Lithium ist ein starkes Medikament gegen schwere psychische Erkrankungen. Im Netz kursiert aber auch die Behauptung, dass Lithium in geringen Dosen Demenz vorbeugen kann. Was ist dran?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren
Einhorn-Apotheke
Inhaberin Birte Barleben
Telefon 0201/22 31 87
Fax 0201/22 90 71
E-Mail info@einhorn-essen.de