Schützt Lithium vor Demenz?


Behauptung im Netz
Schützt Lithium vor Demenz?
mauritius images / Andy Dean / imageBROKER

Lithium ist ein starkes Medikament gegen schwere psychische Erkrankungen. Im Netz kursiert aber auch die Behauptung, dass Lithium in geringen Dosen Demenz vorbeugen kann. Was ist dran?

Demenz vorbeugen

Demenz ist eine gefürchtete Erkrankung im Alter. Deswegen liegt es nahe, dass viele Menschen dagegen vorbeugen wollen. Bewährt haben sich dabei zum Beispiel die Behandlung von Bluthochdruck, aber auch soziale Faktoren wie das Pflegen von Kontakten. Keine überzeugenden Belege gibt es hingegen für eine im Netz kursierende Methode: die Einnahme von niedrig dosiertem Lithium.

Lithium-Gehalt im Trinkwasser

Aufgekommen ist die Methode durch eine Studie, die den Lithiumgehalt im Trinkwasser erfasste. In Gegenden mit höheren Lithium-Gehalten gab es gleichzeitig auch weniger Menschen, die an Demenz erkrankten. Wurden andere Einflussfaktoren wie Bildungsstand und Gesundheitsversorgung mit eingerechnet, blieb in den meisten Studien allerdings nichts mehr vom Effekt übrig.

Kein Beleg für Wirkung

Außerdem gibt es einige Studien, die direkt die Wirkung von Lithium auf Demenz untersuchen. Dabei zeigte nur eine Studie einen kleinen positiven Effekt. Diese Studie ist allerdings mangelhaft, so wurden dort unter anderem nicht alle Ergebnisse genannt. Einige andere, sauber durchgeführte Studien konnten keinen Schutzeffekt von Lithium gegen eine Demenz nachweisen. Insgesamt hatten die Studien nur eine geringe Teilnehmerzahlen und meist kurze Laufzeiten von wenigen Wochen. Langfristige Effekte lassen sich so kaum nachweisen.

Starke Nebenwirkungen

Damit lässt sich also sagen: Der vorbeugende Effekt von Lithium auf Demenz ist wissenschaftlich nicht belegt. Hinzu kommt, dass Lithium in höheren Dosen giftig ist und die Organe schädigt. Nicht umsonst ist ein Verkauf von Lithium als Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland verboten. Lithium zum Einnehmen gibt es offiziell nur als Medikament, das verschreibungspflichtig ist. Und auch dann sind regelmäßige Blutkontrollen nötig, um eine Überdosierung und damit die Schädigung von zum Beispiel Nieren oder Schilddrüse auszuschließen. Lithium ist also alles andere als harmlos – und damit auch kein guter Wirkstoff, um einen Selbstversuch zu starten.

Quelle: Medizin transparent

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