Überbehandlung nach Krebsvorsorge


Ärzte informieren kaum über Risiken
Überbehandlung nach Krebsvorsorge

Viele Ärzte informieren ihre Patienten nicht ausreichend über das Risiko einer Überbehandlung bei der Krebsfrüherkennung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie deutscher Wissenschaftler, die in der medizinischen Fachzeitschrift „JAMA Internal Medicine“ erschien.

Zehn Überdiagnosen für ein Leben

Auf eine vor dem Brustkrebstod bewahrte Frau kommen etwa zehn überdiagnostizierte und überbehandelte Frauen. „Überdiagnose ist das Auffinden von Pseudokrebs. Damit sind Gewebeveränderungen gemeint, die der pathologischen Definition von Krebs genügen, jedoch nie zu einem Tumor voranschreiten, der Symptome verursacht oder gar tödlich ist“, sagt Odette Wegwarth, die mit Gerd Gigerenzer die Studie leitete. „Die Überdiagnose resultiert dann häufig in unnötigen Operationen, Chemotherapien und Strahlenbehandlungen, die den Behandelten keinerlei Überlebensnutzen, dafür aber körperlichen und seelischen Schaden zufügen“, erklärt Odette Wegwarth.

Die meisten Patienten wissen jedoch nicht, dass das Risiko einer Überdiagnose überhaupt besteht, noch was es bedeuten kann. Denn ihre Ärzte klären sie über das Risiko der Überdiagnose und der daraus resultierenden Überbehandlung nicht ausreichend auf, wie eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern am Harding Zentrum für Risikoforschung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zeigt.

Nur neun Prozent sind informiert

Die Forscher befragten 317 Frauen und Männer im Alter von 50 bis 69 Jahren – der Altersgruppe, die Krebsfrüherkennung am häufigsten nutzt. 83 Prozent der Befragten gaben an, eine oder mehrere Krebsfrüherkennungsmaßnahmen regelmäßig zu nutzen. Jedoch berichteten nur neun Prozent davon, dass ihr Arzt sie über die Möglichkeit der Überdiagnose und Überbehandlung im Vorfeld informierte.

Dabei ist der Wunsch nach Information da: So sagten 80 Prozent der Studienteilnehmer, dass sie über mögliche Schäden informiert werden möchten – und zwar, bevor sie sich einem Früherkennungsverfahren unterziehen. „Die Beratung der Ärzte stimmt nicht mit dem Informationsbedürfnis ihrer Patienten überein“, mahnt Odette Wegwarth abschließend.

News

Sport hilft Kindern mit Autismus
Sport hilft Kindern mit Autismus

Von Tai Chi bis Trampolin

Bewegung tut gut – auch Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Eine aktuelle Studienübersicht zeigt: Bestimmte Sportarten können Gleichgewicht, Koordination und motorische Fähigkeiten verbessern.   mehr

Mikronährstoffe fürs Herz
Ältere Person vor dem Einnehmen einer Tablette. Manche Mikronährstoffe können die Herzgesundheit fördern.

Nützlich oder schädlich?

Ob Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen, Herz und Gefäße gesund zu halten, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt gibt es Hinweise, dass zumindest einige von ihnen doch vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen können.   mehr

Weniger Fleisch ist gesünder
Weniger Fleisch ist gesünder

Viele Vorteile für die Gesundheit

Was wäre, wenn….? Diese Frage hat sich ein amerikanisches Forscherteam in Bezug auf einen geringeren Fleischanteil in der Ernährung gestellt. Berechnungen am Modell haben erstaunliche Effekte auf die Gesundheit gezeigt.   mehr

Zum Check-up in die Röhre?
Zum Check-up in die Röhre?

Sinn und Unsinn von Ganzkörper-MRTs

Privatkliniken und Diagnostikzentren werben vermehrt mit MRTs für den gesamten Körper. Auf diese Weise sollen Erkrankungen früh entdeckt werden. Klingt verheißungsvoll, doch funktioniert das auch?    mehr

Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?

Gegen die Sucht

E-Zigaretten mit Nikotin unterstützen einen Rauchstopp offenbar etwas besser als Nikotinpflaster oder -kaugummis. Doch die Mehrheit schafft den Ausstieg auch damit nicht. Und ob E-Zigaretten langfristig beim Aufhören helfen, ist noch offen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren
Einhorn-Apotheke
Inhaberin Birte Barleben
Telefon 0201/22 31 87
Fax 0201/22 90 71
E-Mail info@einhorn-essen.de