Schwangerschaft: Jod einnehmen!


Schon geringer Jodmangel schadet
Schwangerschaft: Jod einnehmen!

Schwangere benötigen doppelt so viel Jod wie Nicht-Schwangere. Schon ein geringer Jodmangel schadet der Hirnentwicklung des Kindes. Über die Nahrung ist der erhöhte Jod-Bedarf jedoch kaum zu decken. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) rät schwangeren Frauen deshalb zur Einnahme von Jodtabletten.

Ein vermeidbares Defizit

Jod wird für den Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt. Doch viele Schwangere haben einen Jodmangel – ein Risiko für das Ungeborene. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet Jodmangel während der Schwangerschaft als die wichtigste vermeidbare Ursache eines Hirnschadens beim Kind. Störungen in der Hirnentwicklung können eine verminderte Intelligenz zur Folge haben und die Lese- und Sprachfähigkeit des Kindes beeinträchtigen.

Erst kürzlich ermittelten britische Forscher in einer Studie, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, bei zwei Dritteln von 1000 Schwangeren einen Jodmangel. Die Kinder der Frauen mit Joddefizit hatten im Grundschulalter häufiger schlechtere Ergebnisse in Lese- und Sprach-Tests als der Durchschnitt. „Sie waren langsamer, machten mehr Fehler und verstanden den Text schlechter als Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft ausreichend mit Jod versorgt waren“, berichtet Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, Mediensprecher der DGE. „Die Unterschiede in der kognitiven Entwicklung, also in Bezug auf die verstandesmäßigen Fähigkeiten, waren statistisch eindeutig. Eine Folge könnten schlechtere Schulnoten sein.“

Negativer Trend zu verzeichnen

Als lebenswichtiges Spurenelement muss Jod über die Nahrung aufgenommen werden. Schon lange sind die Konsequenzen eines Jodmangels bekannt. Diesem versuchte man vorzubeugen,  indem man Speisesalz mit Jod anreicherte und dieses jodierte Salz stärker in der Nahrungsmittelindustrie verwendete. Seit einigen Jahren gibt es jedoch einen umgekehrten Trend. Professor Schatz erläutert: „Meersalz wird als ‚natürlicher‘ angepriesen und jodfreies Salz wird weltweit vermehrt von Lebensmittelherstellern eingesetzt. Wir gehen wieder einem Jodmangel entgegen, der nicht sein müsste.“

Täglich eine Tablette

Auch mit Jod angereichertes Speisesalz ist für Schwangere nicht ausreichend, um das Joddefizit zu senken. „Wir empfehlen weiterhin, dass Schwangere und auch stillende Mütter nach Rücksprache mit ihrem Arzt Jodtabletten einnehmen“, betont Professor Führer. Die WHO empfiehlt Schwangeren und stillenden Müttern eine Jodaufnahme von 250 Mikrogramm (µg) pro Tag. Da ein Mensch mit der Nahrung täglich etwa 100 µg aufnimmt, heißt das konkret, dass eine Schwangere pro Tag eine Tablette mit 100 bis 150 µg Jod nehmen sollte.

News

Weniger Muskeln durch die Abnehmspritze?
Weniger Muskeln durch die Abnehmspritze?

Überlegt abnehmen

Wer abnimmt, verliert nicht nur Fett. Der Gewichtsverlust geht oft auch mit einem Verlust an Muskelgewebe einher. Dieser Effekt scheint auch bei der Abnehmspritze ausgeprägt zu sein.    mehr

Behörde warnt vor Longevity-Infusionen
Behörde warnt vor Longevity-Infusionen

Fragwürdige Vitamincocktails

Infusionen mit Vitaminen und Aminosäuren gelten auf Social Media als neuer Gesundheitstrend. Unter Schlagworten wie „Longevity“ oder „Biohacking“ werden mehr Schönheit, Energie und gesundes Altern versprochen. Fachleute warnen jedoch vor unterschätzten Risiken.   mehr

Vorsicht in der Höhe mit Kindern
Vorsicht in der Höhe mit Kindern

Gesundes Bergwandern

Wandern in den Bergen ist bei vielen Familien beliebt. Doch ab 2500 m warten neben der intensiven Sonneneinstrahlung auch andere Herausforderungen auf den Körper. Vor allem vor der Höhenkrankheit muss man Kinder schützen.   mehr

Vor Sonne und Stichen schützen

Mann steht vor Palmen und sprüht sich ein Mückenschutzmittel auf den Unterarm.

Sommerliche Herausforderung

Im Sommer möchte man sich meist sowohl vor Mücken als auch vor Sonnenbrand schützen. Was ist dabei zu beachten?   mehr

HPV-Impfung gegen Krebs
HPV-Impfung gegen Krebs

Für junge Menschen empfohlen

Humane Papillomaviren können Krebs verursachen. Eine Impfung gegen das Virus kann davor schützen – doch wie funktioniert das und wer sollte sich impfen lassen?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren
Einhorn-Apotheke
Inhaberin Birte Barleben
Telefon 0201/22 31 87
Fax 0201/22 90 71
E-Mail info@einhorn-essen.de