Rauchen verschlimmert Basedow


Weg mit der Fluppe!
Rauchen verschlimmert Basedow
mauritius images / Westend61 / Marco Govel

Menschen mit einem Morbus Basedow müssen im Alltag auf einige Dinge achten. Dazu gehört, mit dem Rauchen aufzuhören – denn Nikotin verschlimmert die Erkrankung. Das gilt besonders für die Augenbeteiligung.

Hervortretende Augäpfel und Doppelbilder

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren trifft. Die hierbei gebildeten Autoantikörper (TRAK) binden an die Schilddrüsenzellen und aktivieren sie. Es kommt zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen mit Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust und Struma (vergrößerte Schilddrüse). Bei bis zu 50% der Erkrankten sind auch die Augen betroffen. Die durch die Autoantikörper ausgelösten entzündliche Veränderungen in der Augenhöhle führen zum Hervortreten der Augäpfel, zu Augenbrennen, Doppelbildern und Druckschmerz – in seltenen Fällen auch bis hin zur Erblindung.

Rauchen lockt den Basedow hervor

Inzwischen weiß man, dass Rauchen der wichtigste Faktor dafür ist, dass sich ein genetisch veranlagter Morbus Basedow ausbildet. Doch nicht nur das: Der Tabakkonsum beeinflusst auch den Verlauf der Erkrankung. Je mehr Zigaretten gequalmt werden, desto höher ist z. B. das Risiko für eine Augenbeteiligung, so eine britische Studie. Darin wurden 991 Erwachsene eingeschlossen, bei denen ein Morbus Basedow frisch diagnostiziert war. 27% von ihnen rauchten, 23% waren Ex-Rauchende, die übrigen hatten nie geraucht.

Ein Maß für die Aktivität der Erkrankung ist die Menge an Autoantikörpern im Blut. Die höchsten Konzentrationen davon fanden sich bei den Rauchenden, pro 10 Zigaretten mehr lagen die TRAK-Spiegel um 9% höher. Außerdem hatten die Rauchenden deutlich häufiger Augenprobleme. Auch hier schlug die Menge zu Buche: Pro 10 Zigaretten mehr täglich stieg das Risiko um 34% an.

Zudem stört Rauchen die Behandlung des Morbus Basedow. Über 600 der Betroffenen erhielten schilddrüsenbremsende Medikamente. Innerhalb von zwölf Monaten war es bei den Rauchenden trotz Medikamente häufiger zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung gekommen als bei den Ex- oder Nie-Rauchenden.

Rauchstopp wirkt

Die Studie hat aber auch eine gute Nachricht: Menschen mit Basedow, die es schaffen, das Rauchen aufzugeben, profitieren davon erheblich. Denn nach einem konsequenten Rauch-Stopp sinkt das Risiko für Augenbeteiligungen und Rezidive auf das Niveau der Patient*innen, die noch nie Tabak konsumiert haben.

Quelle: Springer Medizin

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