Ketamin als Stimmungsaufheller?


Kein Langzeiteffekt
Ketamin-Infusion bei Depression
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Depressionen sind manchmal schwer zu behandeln. Große Hoffnungen wurden auf die Infusion von Ketamin gesetzt. Nun zeigt sich aber, dass diese Behandlung wahrscheinlich keinen Langzeiteffekt hat.

Schwierige Therapie bei Depressionen

Die Behandlung von Menschen mit schweren Depressionen ist schwierig. Denn bei bis zu einem Drittel der Betroffenen schlagen die üblichen Antidepressiva nicht oder nur unzureichend an. Eine zusätzliche Option zu Antidepressiva ist die Infusion des Medikaments Ketamin. Kurzfristig lassen sich damit in der Praxis gute Ergebnisse erzielen. Leider ist die Stimmungsaufhellung nicht von Dauer, nach wenigen Tagen ist der Ausgangszustand wieder erreicht. Um die Stimmung auf Dauer zu verbessern, geben viele Ärzt*innen ihren Patient*innen daher wiederholt Ketamin über die Vene. Aber ist das überhaupt sinnvoll?

Ketamin-Therapie auf dem Prüfstand

Irische Forschende haben an 65 Erkrankten den Effekt wiederholter Ketamin-Infusionen untersucht. Alle Studienteilnehmer*innen wurden stationär wegen Depression behandelt. Dabei verglichen sie die die Ketamininfusionen mit der Infusion von Midazolam. Dieses Medikament wirkt wie Ketamin beruhigend und beeinflusst die Wahrnehmung ähnlich. Zusätzlich bekamen die Patient*innen ihre üblichen Medikamente.

Sinnvolle Behandlungsoption?

Die Studie wurde randomisiert verblindet durchgeführt. Das heißt, dass den Patient*innen und Behandelnden im Vorhinein nicht mitgeteilt wurde, welches Medikament sie erhalten. Die Ergebnisse der Studie waren ernüchternd: Weder in der ärztlichen Beurteilung noch aus Patient*innensicht waren langfristig irgendwelche Unterschiede zwischen den Medikamenten zu bemerken. Allenfalls während der Infusion selbst konnte Ketamin ein wenig Euphorie hervorrufen, während Midazolam etwas mehr müde machte. Ansonsten waren beide Medikamente vergleichbar - sowohl in Bezug auf die Verträglichkeit, als auch auf Lebensqualität, Konzentrationsfähigkeit und Kosten. Die Studie stellt also in Frage, ob die wiederholte Ketamin-Infusion wirklich eine sinnvolle Therapieoption bei schweren Depressionen ist.

Quellen

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