Blutdruckmessen will gelernt sein


Achtung Armhaltung!

Mann sitzt an einem Tisch und misst sich mit einem Blutdruckmessgerät selbst den Blutdruck.
mauritius images / Srikijt / Alamy / Alamy Stock Photos

Für eine korrekte Blutdruckmessung ist nicht nur ein geeignetes Gerät wichtig. Auch die Armhaltung muss stimmen – sonst kommen dabei leicht falsche Werte heraus.

Armposition muss stimmen

Menschen mit Bluthochdruck sollten regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren. Das ist wichtig, um zu erkennen, ob der Blutdruck gut eingestellt ist. Liegen die Werte immer wieder unter oder über dem gewünschte Zielbereich, kann die Ärzt*in die Medikamente entsprechend anpassen.

Voraussetzung für eine korrekte Blutdruckmessung ist, dass der Arm mit der Blutdruckmanschette richtig positioniert wird. Wird am Oberarm gemessen, soll sich die Blutdruckmanschette auf Herzhöhe befinden. Der Unterarm muss locker auf einem Tisch aufliegen, damit sich keine Muskelspannung entwickelt.

Hängender Arm: Zu hohe Werte

Diese Regel wird allerdings häufig nicht befolgt. Oft legen die Patient*innen während der Messung die Hand in den Schoß oder auf den Oberschenkel, andere lassen den Arm einfach herabhängen. Das führt jedoch zu falschen Blutdruckwerten, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Darin wurden bei 133 Männern und Frauen jeweils drei Blutdruckmessungen in den drei genannten Armpositionen durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass die Messungen mit falscher Armhaltung höhere systolische Werte ergaben als bei korrekter Position. Lag die Hand im Schoß, waren die Werte durchschnittlich 4 mmHg höher, bei herabhängendem Arm sogar bis zu 6 mmHg.

Bei Hochdruckkranken Effekt besonders stark

Ein Drittel der Studienteilnehmenden litt unter einem Bluthochdruck. Bei ihnen war der negative Effekt durch eine falsche Armhaltung noch ausgeprägter. Der systolische Messwert lag bei herabhängendem Arm um durchschnittlich 8,5 mmHg höher als bei korrekter Blutdruckmessung.

Vermeintlich zu hohe Blutdruckwerte haben zwei erhebliche Folgen. Zum einen droht eine Überdiagnostik, d.h. Menschen mit eigentlich normalem Blutdruck erhalten womöglich die Diagnose Bluthochdruck. Bei bereits hochdruckkranken Patient*innen besteht wiederum die Gefahr, dass durch die Falschmessung die Dosis ihrer Medikamente gesteigert wird und damit auch das Risiko für Nebenwirkungen.

Quelle: Springer Medizin

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