Zuckermedikament schützt Auge


Nützlicher Nebeneffekt
Patient bekommt den Augeninnendruck mit einem Goldmann-Ophthalmotonometer  gemessen.
mauritius images / Science Source / Ralph C. Eagle Jr.

GLP-1-Rezeptoragonisten senken bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht nur den Blutzucker. Sie schützen offenbar auch vor einem Glaukom.

Blutzuckersenkung auf vielen Wegen

Zur Behandlung der Zuckerkrankheit gibt es viele Medikamente. Eine neue Wirkstoffklasse sind GLP-1-Rezeptoragonisten. Sie werden unter die Haut gespritzt und senken den Blutzucker, indem sie

  • die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse fördern und die Freisetzung eines Hormons hemmen, das den Blutzucker erhöht,
  • die Magenentleerung verlangsamen und
  • das Sättigungsgefühl verstärken und dadurch zu einer geringeren Nahrungsaufnahme führen.

Doch offenbar können GLP-1-Rezeptoragonisten noch mehr: Einer dänischen Studie zufolge schützen sie auch vor einem Glaukom. Bei dieser auch Grüner Star genannten Erkrankung kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck und Durchblutungsstörungen, die den Sehnerven bis zur Erblindung schädigen können.

In der dänischen Studie hatte eine Arbeitsgruppe die Daten von über 250.000 Männern und Frauen analysiert. 1737 davon litten an einem Typ-2-Diabetes und entwickelten im Studienzeitraum ein Glaukom. Sie wurden mit über 8000 Typ-2-Diabeteskranken verglichen, deren Augen gesund blieben. Alle erhielten Metformin und ein weiteres Medikament zur Blutzuckersenkung.

30 Prozent geringeres Risiko

Diejenigen Typ-2-Diabetiker*innen, die als Zweitmedikament einen GLP-1-Rezeptoragonisten gespritzt hatten, entwickelten seltener einen Grünen Star. Insgesamt war ihr Glaukomrisiko drei Jahre nach Studienbeginn um 30 Prozent niedriger als bei den Patient*innen, die ein anderes Medikament bekommen hatten.

Wahrscheinlich schützen GLP-1-Rezeptoragonisten die Nervenzellen der Netzhaut, vermuten die Autor*innen. Wie das geschieht, ist allerdings noch unklar. Denkbar wäre, dass sie die Menge entzündlicher Botenstoffe in der Netzhaut verringern und die Funktion der dortigen Immunzellen verbessern.

Quelle: Ärztezeitung

News

Schwangerschaft verändert die Augen
Schwangerschaft verändert die Augen

Trockene Augen, Kurzsichtigkeit

Unscharfes Sehen, trockene Augen oder plötzlich schlecht sitzende Kontaktlinsen: Eine Schwangerschaft kann auch die Augen verändern. Bestimmte Sehstörungen sollten werdende Mütter jernst nehmen und ärztlich abklären lassen.   mehr

Vitamin D senkt Krebssterberate
Vitamin D senkt Krebssterberate

Nicht nur Knochenschutz

Vitamin D schützt nicht nur vor Osteoporose. Es verhindert auch Krebstodesfälle. Wieviele das bei einer Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D wären, hat das Deutsche Krebsforschungszentrum vorgerechnet.   mehr

Befreiung von der Rezeptgebühr
Ein Medikament wird in der Apotheke eingescannt. In der Regel muss eine Rezeptgebühr bezahlt werden.

Bei Krankenkassen beantragen

Für Patient*innen mit häufigen Verschreibungen bedeuten die jährlichen Rezeptgebühren eine erhebliche finanzielle Belastung. Abhilfe verspricht eine Zuzahlungsbefreiung von der Krankenkasse. Doch welche Voraussetzungen sind für eine Befreiung notwendig?   mehr

Statine zur Vorbeugung
Statine zur Vorbeugung

Im Alter keine Vorteile

Statine senken den Cholesterinspiegel und beugen so Herzinfarkten und Schlaganfällen vor. Viele Menschen nehmen sie über Jahre ein. Doch macht die Einnahme auch im höheren Alter immer Sinn?   mehr

Erkältungssäfte sicher anwenden
Erkältungssäfte sicher anwenden

Vergiftungsgefahr für Kleinkinder

Pseudoephedrin ist hilfreich bei Erkältungen, kann aber bei falscher Anwendung Vergiftungen verursachen. Eine Auswertung deutscher Giftinformationszentren zeigt: Besonders häufig betroffen sind Kinder unter sechs Jahren.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren
Einhorn-Apotheke
Inhaberin Birte Barleben
Telefon 0201/22 31 87
Fax 0201/22 90 71
E-Mail info@einhorn-essen.de