Wächst sich die Erdnussallergie aus?


Kind mit Nahrungsmittelallergie
Erdnussallergie
In Green/shutterstock.com

Hühnereiweiß- oder Erdnussallergien sind bei kleinen Kindern häufig. Zum Glück bilden sich diese Unverträglichkeiten im Verlauf der Jahre oft wieder zurück. Doch wie groß sind die Chancen, dass die Allergien wieder verschwinden und welche Hinweise sprechen für eine gute Prognose?

Verlauf der Allergien sehr variabel

Immer mehr Kinder entwickeln im ersten Lebensjahr eine Allergie gegen Hühnereiweiß oder Erdnüsse. Sie zeigen sich z.B. durch Koliken oder Erbrechen nach dem Essen oder Hautekzeme. Der Verlauf dieser Unverträglichkeit variiert jedoch stark. Manche Betroffenen müssen sich ihr ganzes Leben vor den Allergenen hüten, bei anderen geht der Spuk innerhalb der nächsten Lebensjahre vorüber.

Um mehr Klarheit zu Häufigkeiten und Prognose von Hühnereiweiß- und Erdnussallergien zu bekommen, haben australische Forscher*innen eine Studie eingeleitet. Sie sammelten die Daten von über 5000 Säuglingen und beobachteten deren Allergieentwicklung bis zum sechsten Lebensjahr. 9,5% der teilnehmenden Kinder litten im ersten Lebensjahr unter einer Allergie gegen Hühnereiweiß, 3,1% unter einer Allergie gegen Erdnüsse. Nachgewiesen wurden die Unverträglichkeiten mit Provokations- und Hauttests.

Fast alle Hühnereiweißallergien verschwunden

Im sechsten Lebensjahr waren 89% der Eiallergien und 29% der Erdnussallergien wieder verschwunden. Die Forscher*innen konnten auch ein prognostisch ungünstiges Zeichen ausmachen: Kinder mit schwerem allergischem Hautekzem hatten ein höheres Risiko, dass ihre Ei- oder Erdnussallergie bestehen blieb. Gleiches galt für diejenigen, die zusätzlich gegen andere Nahrungsmittel allergisch waren.

Bei schweren Hauterscheinungen Immuntherapie erwägen

Eltern von Babys mit Hühnereiweißallergie kann man also beruhigen: Fast alle diese Unverträglichkeiten verschwinden bis zum Schulalter. Bei Erdnussallergie wird immerhin ein Drittel der Kinder tolerant. Bei Kindern mit den genannten Allergien und schweren Hautekzemen muss man jedoch davon ausgehen, dass sich die Unverträglichkeit eher nicht „auswächst“. In diesen Fällen sollte man frühzeitig eine Immuntherapie in Erwägung ziehen.

Quelle: Springer Medizin / Journal of Allergy and Clinical Immunology

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