Helle Schlafzimmer machen dick


Verwirrtes Insulinsystem
Helle Schlafzimmer machen dick
Syda Productions/shutterstock.com

Wer nicht dick werden möchte, schließt beim Nachtschlaf besser die Vorhänge oder lässt die Rollläden runter. Denn Schlafen in hellen Räumen soll das Körpergewicht ansteigen lassen.

Überall wird’s heller

Die Lichtverschmutzung schreitet voran und hat in den letzten Jahren vor allem in den Großstädten dazu geführt, dass es kaum noch richtig dunkel wird. Dadurch bleibt es auch in vielen Schlafzimmern nachts hell. Dazu kommt, dass immer mehr Menschen Tag und Nacht das Licht an oder den Fernseher laufen lassen.

Die vermehrte Helligkeit zur Schlafenszeit hat Folgen auf das Körpergewicht, wie etliche Studien in den vergangenen Jahren gezeigt haben. So steigen dadurch Gesamtgewicht und der Body Mass Index. Und auch die Gefahr für krankhaftes Übergewicht erhöht sich.

Testschlaf bei 100 Lux

Um herauszufinden, warum der beleuchtete Nachtschlaf Übergewicht begünstigt, hat ein amerikanisches Team 20 gesunde Erwachsene ins Schlaflabor gebeten. Die erste Nacht blieb für alle das Licht aus. In der zweiten Nacht wurde bei der Hälfte der Probeschläfer*innen das Licht angelassen. Die Helligkeit entsprach mit etwa 100 Lux der Helligkeit, die in den genannten Studien zu vermehrtem Körpergewicht geführt hatten.

Parallel dazu leiteten die Forscher*innen bei den Testschläfer*innen die Hirnströme ab und kontrollierten den Herzschlag per EKG. Außerdem wurde mehrmals Blut entnommen, um Stresshormone, Blutzucker und andere Werte zu bestimmen.

Gestresstes Insulinsystem

Die Messungen ergaben, dass der Lichtstress (erwartungsgemäß) die Traum- und Tiefschlafphasen verkürzte und den Schlaf störte. Doch nicht nur das: Gleichzeitig wurde auch das vegetative Nervensystem aktiviert, wodurch der Herzschlag zunahm. Auch das Insulinsystem wurde durch das nächtliche Licht beeinflusst. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen musste die Bauchspeicheldrüse bei den Lichtschläfern erheblich mehr Insulin freisetzen, um den aufgenommenen Zucker auf die Zellen zu verteilen. Genau diese vermehrte Insulinresistenz fördert auf Dauer die Entwicklung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Die allgemeine, durch stromsparende LED-Birnen noch weiter um sich greifende Lichtverschmutzung kann also durchaus mit ein Grund sein, warum die Bevölkerung immer dicker wird, mutmaßen die Autor*innen. Wer seinem Insulinsystem Gutes tun und sein Körpergewicht halten möchte, sollte deshalb beim Schlafen lieber die Vorhänge zuziehen.

Quelle: Ärzteblatt

News

Wie sinnvoll ist der Cortisol-Detox?
Wie sinnvoll ist der Cortisol-Detox?

Müde, zu dick und unkonzentriert

Müdigkeit, Gewichtszunahme und Konzentrationsprobleme – etliche Influencer*innen behaupten in den sozialen Medien, dass daran ein „zu hoher Cortisolspiegel“ schuld ist. Empfohlen wird dann meist eine Cortisol-Entgiftung. Das ist allerdings nicht nur medizinisch sinnlos. Manche der propagierten Methoden können sogar gefährlich werden.   mehr

Vitamin-K-Prophylaxe für Babys
Vitamin-K-Prophylaxe für Babys

Verzicht bedeutet Gefahr

Die Vitamin-K-Gabe nach der Geburt schützt Babys vor Gehirnblutungen. Wie wichtig diese Prophylaxe ist, unterstreicht eine schwedische Untersuchung.   mehr

Morgens oder abends schlucken?
Morgens oder abends schlucken?

Mittel gegen hohen Blutdruck

Lange hieß es, Blutdrucksenker sollten morgens eingenommen werden. Dann wurde wieder zur abendlichen Einnahme geraten. Was stimmt denn nun?   mehr

Hitze lässt schneller altern
Zwei gut gelaunte ältere Männer in Liegestühlen an einem tropischen Strand.

Auswirkung auf Lebenserwartung

Die Zeit der Rente an der Sonne verbringen? Einigen erscheint der Gedanke verlockend. Doch Vorsicht: Der Umzug in warme Länder kann unter Umständen die Lebenserwartung verkürzen.   mehr

Hitzestress bei Depression
Hitzestress bei Depression

Was ist die Ursache?

Menschen mit Depressionen leiden häufiger unter Hitze. Doch warum ist das so?    mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren
Einhorn-Apotheke
Inhaberin Birte Barleben
Telefon 0201/22 31 87
Fax 0201/22 90 71
E-Mail info@einhorn-essen.de