Zyklus nach Wunsch


Blutungen verschieben mit der Pille
Zyklus nach Wunsch
ImagePointFr/Shutterstock.com

Ob vor dem Urlaub, einem Wettkampf oder dem Wellnesswochenende – es gibt viele Gründe, warum Frauen ihre Monatsblutung gerne verschieben oder ganz ausfallen lassen. Bei hormoneller Verhütung, wie der Pille und dem Hormonring, ist das auch ganz leicht möglich. Aber ist das überhaupt gesund?

Abbruchblutung statt Menstruation

Egal ob Hormonring oder Pille – die meisten hormonellen Verhütungsmittel sollen laut Packungsbeilage in einem vierwöchigen Rhythmus eingenommen werden. Nach 21 Tagen folgt eine einwöchige Pause, bevor mit der Einnahme der nächsten Packung gestartet wird. Die Blutung, die durch den Abfall des Hormonspiegels ausgelöst wird, hat dabei wenig mit der natürlichen Monatsblutung zu tun und ist lediglich eine Abbruchblutung. Vielen Frauen gibt dieser Rhythmus aber ein gutes Gefühl, da er einen natürlichen Zyklus simuliert.

Braucht der Körper eine Blutung?

Um den weiblichen Zyklus ranken sich viele Mythen. Zum Beispiel, dass die monatliche Blutung wichtig für die Gebärmutterschleimhaut ist. Auch heute noch stellen sich viele Frauen die Frage, ob sie durch Einnahme der Pille ohne Pause gesundheitliche Schäden fürchten müssen. Wissenschaftler*innen konnten die meisten Ängste mittlerweile ausräumen:

  • Der gefürchtete Blutstau in der Gebärmutter bleibt aus, vielmehr wechselt die Schleimhaut in eine Art Ruhezustand.
  • Das Thromboserisiko ist durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel zwar generell leicht erhöht, die Einnahme im Langzyklus steigert dieses Risiko aber nicht weiter.

Viele Ärzt*innen sind sogar von den Vorteilen eines Langzyklus überzeugt, denn ein Ausfall oder Verkürzung der Einnahmepause erhöht die Verhütungssicherheit und reduziert unerwünschte Nebenwirkungen, wie Migräne oder Krämpfe, während der Blutung.

Blutung verschieben – aber wie?

Ob die Blutung lieber auf einen früheren oder späteren Zeitpunkt verschoben wird, liegt in der Hand der Anwenderin. Ein paar einfache Regeln müssen aber stets beachtet werden, um sicher zu gehen, dass der Verhütungsschutz weiterhin besteht.

  • Das hormonfreie Intervall kann verkürzt oder ganz ausgelassen werden. Bei einer Verlängerung der Pause ist Vorsicht geboten, denn hier geht der Verhütungsschutz verloren.
  • Die Einnahme des Hormonpräparats kann um wenige Tage verkürzt werden. Wichtig ist, den Zyklus um nicht mehr als 7 Tage zu verkürzen.

Nicht jedes Präparat ist für die Einnahme im Langzyklus geeignet, vor allem wenn diese Hormone in variierenden Dosen enthalten. Aktuell sind in Deutschland nur wenige Medikamente für diesen Gebrauch offiziell zugelassen, weswegen die Rücksprache mit der Gynäkolog*in oder Apotheker*in auf jeden Fall sinnvoll ist.

Quellen: PTAheute 5 (2020), Nappi et al. 2015, Keck et al. 2019

News

Impfungen im Herbst
Impfungen im Herbst

Hochsaison für Infektionen

In der kalten Jahreszeit nehmen Atemwegsinfekte wieder zu. Für viele Menschen sind jetzt Impfungen empfohlen. Was hat sich geändert und wo gibt es gute Informationen?    mehr

Kühlkappe schützt die Haare
Kühlkappe schützt die Haare

Haarausfall bei Chemotherapie

Haarausfall ist eine belastende Nebenwirkung einer Chemotherapie. Durch eine Kühlung der Kopfhaut lässt sich der Haarausfall verringern – doch nicht alle profitieren.   mehr

Mit Creme gegen Jucken und Schmerz

Jemand kratzt sich mit der einen Hand das stark juckende chronische Handekzem der anderen Hand auf.

Chronisches Handekzem

Mit starkem Juckreiz und Schmerzen ist ein chronisches Handekzem sehr belastend für die Betroffenen. Eine 2024 zugelassene Creme lindert die Beschwerden innerhalb weniger Tage.   mehr

Gut geschützt gegen RSV
Gut geschützt gegen RSV

Per Impfung oder Antikörpergabe

Respiratorische Synzytial-Viren, kurz RSV, sind eigentlich harmlose Erkältungsviren. Bei Säuglingen drohen bei einer Infektion aber schwere Verläufe. Was schützt besser: die Impfung oder die Gabe von Antikörpern?   mehr

Sturzgefahr im Alter
Sturzgefahr im Alter

Strategien für mehr Sicherheit

Fast jede vierte Person über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr – mit manchmal schweren Folgen. Doch vielen Stürzen lässt sich vorbeugen. Was hilft?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren
Einhorn-Apotheke
Inhaberin Birte Barleben
Telefon 0201/22 31 87
Fax 0201/22 90 71
E-Mail info@einhorn-essen.de